Spendenstand vom 11. Februar 2008: 125.392,02 Euro
Am 10. Mai 2007 nahmen rund 700 Tierärztinnen und Tierärzte deutschlandweit am Aktionstag „Impfen für Afrika!“ teil. Allen teilnehmenden Praxen gilt an dieser Stelle unser herzlicher Dank.
Flexibel, aber wohl bedacht Spendenverwendung Impfen für Afrika! 2007
Unser Spendenaufruf für den Aktionstag Impfen für Afrika! galt in diesem Jahr dem Ziel, ein Büro in Tansania zu eröffnen. Dieses sollte am Kilimandscharo in Arusha liegen und es Tierärzte ohne Grenzen ermöglichen, Tansania dauerhaft als Projektgebiet zu erschließen.
Doch zu unserem Arbeitsalltag gehört, dass die Planung und Umsetzung von Projekten durch viele Faktoren beeinflusst wird, die nicht in unserer Hand liegen. Verzögerungen durch Umweltbedingungen, Formalfragen oder Änderungen in Geberbestimmungen sind Teil des Tagesgeschäfts. Aber auch eine veränderte Situation bei den Menschen, für die wir arbeiten, muss sich in geänderten Projektinhalten widerspiegeln.
So fanden in Tansania das ganze Jahr über Gespräche zwischen dem Vertreter von Tierärzte ohne Grenzen e.V., Mauro Pavone, und der zuständigen Regierungsstelle, dem Ministry of Livestock Development, statt. Denn in Tansania ist neben einer Registrierung als Nicht-Regierungs-Organisation zusätzlich eine Vereinbarung mit dem zuständigen Ministerium notwendig. Erst wenn Beides vorliegt, kann Tierärzte ohne Grenzen bestimmte Projektmittel in Anspruch nehmen.
Über die Felder, in denen Tierärzte ohne Grenzen sich in Tansania betätigen wird, herrscht mittlerweile Einigkeit: Aufbau von Basistiergesundheitssystemen in Zusammenarbeit mit privaten Tierärzten, Entwicklung des Wirtschaftssektors für Milch- und Fleischprodukte sowie Landnutzungsplanung (harmonische Nutzung von Gebieten, die gleichermaßen von Wildtieren, Nutztieren und Tourismus beansprucht werden). Diese Themen fügen sich in die Regierungspolitik Tansanias ein. Somit wird die Unterzeichnung der Vereinbarung, nach mehrmonatiger Verzögerung, voraussichtlich Ende dieses Jahres erfolgen.
Bezüglich des Bürostandortes stellte sich im Laufe der Gespräche heraus, dass die Regierung es lieber sähe, wenn Tierärzte ohne Grenzen das geplante Büro nicht in Arusha eröffnete, da hier bereits viele Hilfsorganisationen angesiedelt sind. Die Regierung wünscht sich eine ausgewogene Verteilung, die dem gesamten Land zu Gute kommt. Ein Anliegen, dem Tierärzte ohne Grenzen natürlich gern entsprechen möchte.
Aufgrund der geänderten Pläne und den damit einhergehenden Verzögerungen kam es in 2007 nicht zur Eröffnung eines Büros in Tansania. Hierfür gilt aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben; wir sind zuversichtlich, in 2008 sowohl das Büro eröffnen als auch die Projektarbeit aufnehmen zu können.
Alternativ haben wir daher die Spendengelder aus dem Impftag 2007 für eine dringende Investition verwendet: Unser Büro in Juba. Der Hintergrund: Juba ist die Hauptstadt des Südsudans und hat sich zum Dreh- und Angelpunkt für die Arbeit von Hilfsorganisationen in diesem Land entwickelt. Sämtliche Regierungsstellen und Geberorganisationen sind dort ansässig. Regelmäßige Gespräche durch Mitarbeiter vor Ort sind für die Projektarbeit unabdingbar. Bereits im Jahr 2006 hatte Tierärzte ohne Grenzen daher – gemeinsam mit seinen Schwesterorganisationen Vétérinaires Sans Frontières-Suisse und -Belgium – ein Büro in Juba bezogen. Dieses war allerdings stark baufällig und der Vermieter hielt sich nicht an die abgesprochenen Termine für die Renovierungsarbeiten.
Und weil eine Übernachtung im Zeltlager, in Juba gang und gäbe, rund 100 US-Dollar kostet, war es zudem wichtig, Übernachtungsmöglichkeiten für Mitarbeiter zu schaffen. Dafür erwies sich das zuvor bezogene Büro als zu klein. Diese Umstände ließen einen Umzug unvermeidlich werden.
Das neue Büro bietet viel Platz. Es war jedoch ebenfalls stark renovierungsbedürftig, wie die meisten Gebäude in Juba. Auch die Infrastruktur dort ist noch immer sehr schlecht. Die Stromversorgung muss mittels großer Generatoren gesichert werden, es gibt keine zuverlässigen Kommunikationssysteme. Ein Büro unter diesen Umständen am Laufen zu halten, ist nicht nur finanziell ein Kraftakt für unsere Organisation. Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, teilt sich VSF-Germany daher auch hier den Platz mit VSF-Suisse und VSF-Belgium.
Weiterhin haben wir mit den Spendengeldern einen Großteil des Eigenanteils für unser Massai Mara Tollwutprojekt 2007 gedeckt. Die verbliebenen Spendengelder sind je nach Bedarf in weitere Projekte eingegangen, wie sie z.B. auf www.togev.org unter Projekte/Hintergrund/Ostafrika geschildert werden.
Wir hoffen, dass Sie mit der alternativen Verwendung der Spendengelder einverstanden sind und danken Ihnen für Ihr Verständnis. Unwägbarkeiten sind ein grundsätzliches Merkmal unserer Arbeit. Entscheidend ist, dass wir flexibel aber bedacht mit neuen Situationen umgehen – zum Wohle der Menschen, für die wir arbeiten.
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