Impfen für Afrika!
Impftag 2007
Spendenkonto: 043 43 43 300
BLZ: 251 900 01
Hannoversche Volksbank
Spendensiegel DZI

Spendenstand vom 13. Januar 2009:   135.178,91 Euro

Am 03. Juni 2008 nahmen deutschlandweit 716 Tierärztinnen und Tierärzte am Aktionstag Impfen für Afrika! teil. Ihnen gilt an dieser Stelle unser herzlicher Dank, ebenso wie allen Tierhalterinnen und Tierhaltern, die sich am 03. Juni mit ihrem Tier am Aktionstag beteiligt haben.

Projekte & Spenden

Die Spenden aus Impfen für Afrika! unterstützen die Arbeit von Tierärzte ohne Grenzen e.V. In 2008 sollen insbesondere zwei Projekte in Somalia gefördert werden:

Das erste Projekt zielt darauf ab, die Ernährungs- und Einkommenssituation von Kamelhaltern in Puntland zu verbessern. Kamelmilch ist dort die wichtigste Protein- und Vitaminquelle der Bevölkerung. Tierärzte ohne Grenzen hilft, die Qualität der Kamelmilch zu verbessern, u. a. durch den Bau von örtlichen Milchsammelstationen, in denen die Milch hygienisch einwandfrei verarbeitet werden kann. Für nähere Informationen zu diesem Projekt klicken Sie bitte hier.

Beim zweiten Projekt geht es darum, durch den Aufbau von Laboratorien die Diagnostik von Tierkrankheiten zu verbessern, sowie um die Erforschung und Behandlung von Kamelkrankheiten. Für nähere Informationen zu diesem Projekt klicken Sie bitte hier.

Beide Projekte helfen Menschen, die von der Tierhaltung leben.

Projekt 1

Nord-Somalia (Puntland): Gesunde Kamelmilch als Nahrungsmittel und Einkommensquelle – das „Somalia Pastoralist Dairy Development Project“

Kamelmilch ist insbesondere im Norden Somalias eines der wichtigsten Lebensmittel – sie ist die wichtigste Protein- und Vitaminquelle der Bevölkerung. Kamele lassen sich in sehr trockenen Gebieten halten, daher kommt ihre Milch als Nahrungsmittel und Erwerbsquelle insbesondere der ländlichen Bevölkerung in abgelegenen Gebieten zugute.

Aber auch in städtischen Gebieten Somalias ist die Nachfrage nach Kamelmilch sehr hoch. Durch eine bessere Qualität und eine gezielte Vermarktung von Kamelmilch könnten sich die Kamelhirten neben ihrer eigenen Versorgung zusätzlich ein gutes Einkommen sichern.

Doch die Vermarktung ist aus zwei Gründen schwierig:

1. Die Qualität der Rohmilch ist oft zu gering, um hohe Preise zu erzielen. Es kann sogar eine Gesundheitsgefährdung für den Menschen von der Milch ausgehen. Zudem lassen die unhygienischen Bedingungen bei Produktion und Transport die Milch leicht verderben. Zusätzliche Schwierigkeit ist, dass die Gebiete, in denen Kamelmilch produziert wird, vor allem in der Regenzeit schwer zugänglich sind. Die Milch kann nicht mit der notwendigen Geschwindigkeit zum Markt gebracht werden.

2. Während der Regenzeit, in der die Tiere ausreichend zu fressen finden, ergibt sich eine Überschussproduktion von Kamelmilch, die wiederum zu niedrigen Verkaufspreisen führt. Die Kamelhalter sind jedoch nicht in der Lage, die Überschüsse zu länger haltbaren Produkten wie Butterfett oder Kondensmilch weiterzuverarbeiten, um so mit einer Produkt- oder Geldreserve die Trockenzeit überbrücken zu können.

Seit 2006 zielt ein Projekt von Tierärzte ohne Grenzen darauf ab, die Ernährungs- und Einkommenssituation von Kamelhaltern in Puntland (Nord-Somalia) zu verbessern. Neben einer tiermedizinischen Betreuung führt Tierärzte ohne Grenzen Trainingsmaßnahmen für die Kamelhalter durch. Die Förderung einer hygienischen, effektiven Produktion und einer organisierten Sammlung sowie Transport und Kühlung von Kamelmilch stehen hierbei im Mittelpunkt. Da die Kamelhalter in der Regel nicht lesen und schreiben können, wird für sie spezielles Lehrmaterial entworfen. In den Dörfern werden Milchsammelzentren eingerichtet. Kühlung und Transport der Milch werden gemeinschaftlich organisiert. Nach einem Training produzieren lokale Handwerker Milchkannen und andere notwendige Gerätschaften. So werden vor Ort weitere Arbeitsplätze geschaffen und die lokale Wirtschaft zusätzlich gefördert. In zwei neu errichteten Milchlaboratorien wird die Qualität der Kamelmilch überprüft, um eine Gesundheitsgefährdung für den Menschen auszuschließen. Darüber hinaus wird die Herstellung haltbarer, vermarktungsfähiger Produkte erprobt.

Das SPDDP-Projekt führt Tierärzte ohne Grenzen e.V. gemeinsam mit VETAID durch. Das Projekt wird mit Geldern der EU unterstützt. Tierärzte ohne Grenzen leistet dabei einen Eigenanteil von 10%.

Projekt 2

Gesamt - Somalia: Projekt zur Verbesserung der Tiergesundheit

Auf Gesamt-Somalia, also auch auf den Süden des Landes, bezieht sich das Projekt „Somalia Animal Health Service Project (SAHSP) Phase II“. In einem Zusammenschluss fünf verschiedener Organisationen soll ein umfassendes Tiergesundheitssystem aufgebaut werden. Die Organisationen sind Terra Nuova als Führungsorganisation (so genannte „Lead Agency“), UNA, Cooperazione Internazionale (COOPI), Food and Agriculture Organization (FAO) und Tierärzte ohne Grenzen (VSF-Germany).

Der Hintergrund ist folgender: Wie bereits im ersten Projekt geschildert, ist die Tierhaltung in Somalia enorm wichtig für die Menschen. Die wichtigsten Tierarten sind Ziegen, Schafe und Kamele. Die Ernährung der Menschen ist stark von der Gesundheit der Tiere abhängig. Außerdem ist der Verkauf von Tierprodukten wie Milch und Fleisch oft die einzige Möglichkeit, ein Einkommen zu erzielen. Erkranken die Tiere, ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln in Gefahr und das Einkommen bedroht.

Insgesamt geht es in dem Projekt darum, die Existenzgrundlage der Menschen zu sichern und sie in eine Position zu bringen, in der sie ökologischen und ökonomischen Kriesensituationen weniger stark ausgeliefert sind. Die Aufgabe von Tierärzte ohne Grenzen ist es dabei, das Risiko derjenigen Tierkrankheiten zu senken, die den Handel mit Tierprodukten negativ beeinflussen. Dazu muss in Somalia eine verbesserte Diagnostik von Tierkrankheiten eingeführt werden. Dies soll über den Aufbau von Laboratorien gewährleistet werden. Außerdem wird Tierärzte ohne Grenzen sich der Erforschung und Behandlung von Kamelkrankheiten widmen. Ziel ist es, dass die betreffenden somalischen Einrichtungen nach Abschluss des Projekts in der Lage sind, diese Aufgaben selbständig weiterzuführen.

Das SAHSP-Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird mit Geldern der EU unterstützt. Tierärzte ohne Grenzen leistet dabei einen Eigenanteil von 10%.

© 2004-2010 Tierärzte ohne Grenzen e.V.              zuletzt aktualisiert am 09.03.2010