Spendenstand vom
6. September 2010: 176.239,72 Euro
Am 11. Mai 2010 nahmen deutschlandweit 929 Tierärztinnen und Tierärzte
am Aktionstag Impfen für Afrika! teil. Ihnen gilt an dieser Stelle unser
herzlicher Dank, ebenso wie allen Tierhalterinnen und Tierhaltern, die
sich am 11. Mai mit ihrem Tier am Aktionstag beteiligt haben.
Projekte & Spenden
Die Spenden aus dem Aktionstag Impfen für Afrika! unterstützen die Arbeit von Tierärzte ohne Grenzen. In 2010 fördert der Verein damit insbesondere folgendes Projekt:
Tollwutbekämpfung in Kenia
Deutschland gilt seit rund einem Jahr offiziell als tollwutfrei, wie das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bekannt gab. Ein funktionierendes Impfsystem und eine gute medizinische Versorgung haben dazu geführt, dass die Krankheit hierzulande keine akute Gefahr mehr darstellt. Darüber gerät leicht in Vergessenheit, dass Tollwut in anderen Teilen der Welt noch eine sehr reale Bedrohung für die Menschen ist.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jedes Jahr mehr als 55.000 Menschen an Tollwut, etwa 95% davon in Afrika und Asien. Hunde sind dabei die häufigste Infektionsquelle für den Menschen: 99% der weltweiten Todesfälle bei Menschen sind auf die Übertragung des Virus durch Bisse tollwütiger Haushunde zurückzuführen. Kinder sind besonders gefährdet, denn 30% - 60% der Opfer von Hundebissen sind Kinder unter 15 Jahren. Sie werden häufig beim Spielen von Hunden gekratzt oder gebissen. Das Fatale daran ist, dass sie sich der Gefahr einer Tollwutinfektion meist nicht bewusst sind und gerade auf kleinere Verletzungen daher nicht aufmerksam machen, sodass diese unbemerkt bleiben. Doch nur, wenn unmittelbar nach dem Biss eine fachkundige medizinische Behandlung erfolgt, ist die Krankheit noch zu stoppen. Die Behandlung besteht im Wesentlichen aus Wundreinigung, Desinfektion sowie Immunisierung und kostet in Afrika umgerechnet etwa 40 US$ - Kosten, die für einen Durchschnittshaushalt kaum aufzubringen sind, wenn man bedenkt, dass das durchschnittliche Einkommen dort etwa 1,5 US$ pro Tag und Person beträgt. Um die Tollwut weltweit kostengünstig einzudämmen, empfiehlt die WHO die vorbeugende Impfung von Hunden.
Hier setzt ein Projekt von Tierärzte ohne Grenzen e.V. an, das seit 2006 in der kenianischen Massai Mara durchgeführt wird. Die Menschen dort halten viele Hunde, unter anderem, um ihre Nutztiere vor Angriffen durch Raubtiere zu schützen. Die Haushundpopulation umfasst allein im Projektgebiet von Tierärzte ohne Grenzen geschätzte 20.000 Tiere. Vor Projektbeginn stellte die Tollwut in diesem Gebiet ein massives Problem dar: Es kam regelmäßig zu Bissverletzungen durch tollwütige Hunde und Übertragung des Virus auf Menschen. Auch Wild- und Nutztiere in der Massai Mara waren durch Tollwut bedroht. Durch vorbeugende Impfungen und intensive Aufklärungsarbeit ist es Tierärzte ohne Grenzen e.V. gelungen, die Zahl der Hundebisse und Ausbrüche von Tollwut bei Menschen deutlich zu reduzieren.
Seit dem Start des Projekts wurden mehr als 25.000 Hunde geimpft. In 2009 liegt die Zahl der Impfungen bisher bei knapp 10.000, bis Ende des Jahres sollen weitere 5.000 Hunde geimpft werden. Der Impfschutz innerhalb der Hundepopulation liegt derzeit bei etwa 50%, angestrebt sind 70%, um die Tollwut im Massai Mara Ökosystem nachhaltig einzudämmen.
Mit diesem Projekt leistet Tierärzte ohne Grenzen einen wichtigen Beitrag zur Tollwutbekämpfung. Der Verein ist seit 2008 „offizieller Partner für Tollwutprävention“ der Alliance for Rabies Control, die u.a. den jährlichen Welttollwuttag veranstaltet.
Quellen
Auf der Internetseite der WHO gibt es weitere Informationen über Tollwut. Diese sind allerdings nur in englischer Sprache verfügbar.
Besuchen Sie auch die Internetseite zum Welttollwuttag.
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